Gasdruckfeder nachjustieren: Ausfälle vermeiden, Standzeit verlängern
Wenn die Gasdruckfeder nicht mehr die volle Rückstellkraft liefert, beginnt ein kritischer Prozess. Werkzeuge verziehen sich, Bauteile sind fehlerhaft, Maschinen stoppen. Viele Unternehmen reagieren erst, wenn der Ausfall bereits wirtschaftlichen Schaden verursacht hat. Dabei lässt sich die Funktion der Feder in vielen Fällen durch eine fachgerechte Nachjustierung wiederherstellen und das schnell, sicher und deutlich günstiger als ein kompletter Austausch.
Die Funktion der Gasdruckfeder
Gasdruckfedern erzeugen eine kontrollierte Kraft, um bewegliche Werkzeugteile zurückzuführen oder einen gleichmäßigen Gegendruck aufzubauen. Statt mechanischer Spannung basiert die Kraft auf komprimiertem Stickstoff, der in einem geschlossenen Zylinder gespeichert ist.
Während des Pressvorgangs wird der Kolben eingedrückt, der Gasdruck steigt kontinuierlich an. Dadurch ergibt sich ein stabiler, reproduzierbarer Kraftverlauf über den gesamten Hub – entscheidend für die Qualität in der Umformung, vor allem bei komplexen Geometrien oder empfindlichen Werkstoffen wie Aluminium oder hochfestem Stahl.
Was eine Nachjustierung notwendig macht
Mit der Zeit kann der Stickstoffdruck in einer Gasdruckfeder sinken. Das hat direkte Auswirkungen auf den Kraftverlauf und die Werkzeugfunktion. Eine Nachjustierung wird notwendig, wenn:
- der Kolben nicht mehr vollständig ausfährt
- die Rückstellkraft erkennbar schwächer wird
- sich Bauteile nicht mehr korrekt umformen lassen
- die Presse nicht mehr sauber taktet oder Auslösekriterien verfehlt
Diese Symptome weisen auf einen schleichenden Druckverlust oder mechanischen Verschleiß hin, der sich oft durch Nachjustierung beheben lässt.
Typische Ursachen für den Funktionsverlust
Gasdruckfedern arbeiten unter hohem Druck, bei hohen Temperaturen und in schmutzbelasteter Umgebung. Selbst bei sachgemäßer Nutzung kann es im Laufe der Betriebszeit zu Problemen kommen. Häufige Ursachen für den Leistungsverlust sind:
- Leckagen an Dichtungen: Feine Undichtigkeiten an Kolben oder Verschraubungen lassen Stickstoff langsam entweichen. Ein kleiner Verlust reicht aus, um die Rückstellkraft spürbar zu mindern.
- Mechanischer Verschleiß: Schmutzpartikel, mangelnde Schmierung oder hohe Belastungen führen zu Abrieb an Kolbenführung und Dichtung. Die Reibung steigt, der Kolben arbeitet nicht mehr gleichmäßig.
- Überlastung durch falsche Auslegung: Werden Standardfedern in Werkzeugen mit zu hoher Taktzahl oder zu großem Hub eingesetzt, steigt der Verschleiß rapide. Eine dauerhaft zu hohe Krafteinleitung überfordert das System.
- Falsche Montagebedingungen: Schrägstellungen, Seitenkräfte oder überzogene Einbaulängen verursachen ungleichmäßige Belastungen. Das beeinträchtigt die Dichtflächen und kann diese schädigen.
Gasdruckfeder nachjustieren: Fachgerechtes Vorgehen
Eine Nachjustierung ersetzt keinen Komplettservice, kann aber gezielt Schwächen ausgleichen. Voraussetzung ist ein fachlich versiertes Vorgehen mit dem passenden Equipment:
1
Gasdruckfeder drucklos machen
Vor jeder Arbeit an der Feder muss das System sicher entlastet werden. Der Stickstoffdruck wird kontrolliert über ein geeignetes Entlüftungsventil abgelassen.
2
Sichtprüfung und Funktionscheck
Die Feder wird auf äußere Beschädigungen, Undichtigkeiten, Verschmutzungen und Bewegungsfreiheit überprüft. Reinigen Sie die Gasdruckfeder, um eventuelle Beschädigungen zu entdecken.
3
Nachfüllen mit Stickstoff
Über eine geeignete Füllarmatur und Druckgasflasche mit Druckminderer wird die Feder exakt auf den benötigten Arbeitsdruck eingestellt. Der Sollwert richtet sich nach dem Werkzeugkonzept und dem Kraftverlauf. Der maximale auf der Gasdruckfeder angegebene Fülldruck darf nicht überschritten werden.
4
Dichtheit überprüfen
Die Gasdruckfeder muss nun auf Dichtheit überprüft werden. Dies kann man entweder in einem Wasserbad (destilliertes Wasser) oder in einem Ölbad durchführen. Hier kann man sehr schnell etwaige entweichende Gasperlen sehen. Sollte dies der Fall sein dann können sie die Gasdruckfeder wieder entlüften und zur Reparatur geben.
5
Testlauf und Freigabe
Nach der ordnungsgemäßen Befüllung wird das System in das Werkzeug eingebaut und mehrere Taktungen zur Prüfung durchgeführt. Nur bei gleichmäßigem Verhalten erfolgt die Freigabe für die Serienfertigung.
Wann sich die Nachjustierung nicht mehr lohnt
Trotz professioneller Nachfüllung kann es Situationen geben, in denen der Austausch wirtschaftlich sinnvoller ist. Ein Tausch ist empfehlenswert, wenn:
- der Kolben mechanisch beschädigt ist
- wiederholt Stickstoffverlust auftritt
- Schmiermittel ausgetreten ist
- sich Ablagerungen im Innenraum gebildet haben
- mehrere Federn im Verbundsystem betroffen sind
Gerade in hoch getakteten Produktionslinien ist der Ausfall einzelner Federn ein Sicherheitsrisiko. Die Ersparnis durch Nachjustierung rechtfertigt dann nicht das Ausfallrisiko.
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